Am Wasser: Ein Vormittag mit dem Eisvogel
Camouflage, Geduld und ein Ansitz, der sich gelohnt hat
Ein Vormittag am Bach, das Teleobjektiv fest aufs Stativ montiert, das Mikrofon griffbereit für die Videoaufnahme – so begann die Session, aus der dieser Beitrag entstanden ist. Der Eisvogel gehört zu den Motiven, bei denen sich Vorbereitung und Wartezeit besonders auszahlen: Er hat feste Ansitzäste, kommt aber unangekündigt, und wer nicht bereits sitzt, verpasst den Moment.
Zwischen Schilf und überhängenden Zweigen versteckt, ließ sich das Setup kaum vom Ufer unterscheiden – genau das war nötig, um nah genug heranzukommen, ohne den Vogel zu stören.
Die Wartezeit verging mit Beobachten des Wassers, bis der charakteristische Pfiff ihn ankündigte und er auf seinem gewohnten Ast landete. Am Ende blieben Aufnahmen, die die ganze Bandbreite dieses Vormittags zeigen: die typische Ansitz-Pose im seitlichen Profil mit dem markanten orange-blauen Gefieder.
Für diese Aufnahme bin ich bewusst etwas weiter zurückgegangen, um den Eisvogel klein im Lebensraum zu zeigen, umgeben von Wasser und Ufervegetation – dem Zuhause dieser Art.
Auf den Bildern lässt sich gut erkennen, dass es sich um ein diesjähriges Jungtier handelt: Die Füße sind noch dunkel statt kräftig rot-orange wie bei ausgewachsenen Eisvögeln, und an der Schnabelspitze zeigt sich noch ein kleiner weißer Punkt – beides typische Merkmale, die sich erst im Laufe der ersten Monate zurückbilden.
Wer Männchen und Weibchen unterscheiden möchte, schaut am besten auf den Unterschnabel: Bei Männchen ist der komplette Schnabel schwarz, bei Weibchen ist die untere Schnabelhälfte orange-rot gefärbt.
Zusätzlich zu den Fotos ist bei dieser Session ein kurzes Video entstanden, das den Eisvogel auf seinem Ansitzast zeigt.